Woran erkenne ich gutes Proteinpulver?
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Woran Du gutes Proteinpulver wirklich erkennst
Proteinpulver ist nicht gleich Proteinpulver. Wer Wert auf Qualität, Gesundheit und Transparenz legt, merkt schnell: Der Markt für Proteinpulver ist unübersichtlich. Große Versprechen auf der Vorderseite, lange Zutatenlisten auf der Rückseite. Doch woran erkennst Du wirklich gutes Proteinpulver?
In diesem Beitrag zeigen wir dir einige entscheidende Kriterien – und worauf Du unbedingt achten solltest.
1. Inhaltsstoffe: Weniger ist fast immer mehr
Proteinpulver sollen sich nahtlos in deine Ernährung einfügen können ohne Beschwerden durch Zusätze, chemische Süßstoffe, Zucker oder andere Füllstoffe zu erzeugen.
Daher ist es wichtig die Zutatenliste deines Pulvers zu checken.
Süßstoffe:
Viele Proteinpulver enthalten eine Mischung aus Süßstoffen wie Sukralose, Aspartam oder Acesulfam-K. Diese sind günstig, aber nicht unumstritten. Es gibt erste Studien, die zeigen, dass künstliche Süßstoffe das Mikrobiom verändern könnten (¹)
Wenn du zu gesüßtem Proteinpulver greifst, empfehlen wir dir folgende Süßungsmittel.
- Stevia / Steviaextrakt Kalorienfreies Süßungsmittel das ca. 300x so süß sind wie Zucker und den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst.
- Erythrit. Ein kalorienfreier Zuckeralkohol, der kaum den Blutzuckerspiegel beeinflusst, zahnfreundlich ist und eine Süßkraft von ca. 70 % des Haushaltszuckers hat
- Xylit. ist ein Zuckeralkohol, der ähnlich süß wie Zucker ist, aber 40 % weniger Kalorien hat und den Blutzuckerspiegel kaum beeinflusst
- Mönchsfrucht-Extrakt. natürlicher, kalorienfreier Süßstoff, der aus der chinesischen Luo Han Guo Frucht gewonnen wird, die zu den Kürbisgewächsen gehört und seit Jahrhunderten in Asien als Heilmittel und Süßungsmittel genutzt wird
Stevia und Mönchsfrucht-Extrakt sind sinnvolle Wahlen, da Sie am wenigstens Volumen einnehmen und eine angenehme Süße liefern.
Füllstoffe:
Oft werden Stoffe hinzugefügt die Konsistenz, Farbe, Volumen oder die Wirkung verbessern sollen. Ein Großteil davon sehen wir nur als "Füllstoffe", da sie keinerlei Sinn oder Mehrwert bieten und das Produkt nur in der Herstellung vergünstigen. Ein hoher Konsum mancher Stoffe kann sogar gesundheitliche Folgen haben.
- Maltodextrose ein schnell verfügbarer Kohlenhydratmix aus Stärke – extrem günstig in der Herstellung, süß und lässt den Blutzuckerspiegel stark steigen. Wird oft in "Mass-Gainern" verwendet.
- Dextrose / Glukose ist Traubenzucker – billig, süß und leicht löslich. Lässt den Blutzucker ebenfalls stark steigen.
- Stärke & modifizierte Stärke Manche Hersteller greifen auf Mais- oder Kartoffelstärke zurück – teilweise chemisch verändert.
- Pflanzliche Füllstoffe Zutaten, die gesund klingen, aber hauptsächlich Volumen liefern. Typische Beispiele sind: Inulin, Polydextrose oder Oligofruktose
- Verdickungsmittel Diese Stoffe sind nicht immer problematisch – werden aber gerne benutzt um eine cremige Konsistenz zu erzeugen oder Protein einzusparen. Beispiele sind: Xanthan, Guarkernmehl, Carrageen
- Freie Aminosäuren (Amino Spiking) Auch wenn sie technisch kein „Füllstoff“ sind, gehören sie hierher. Hersteller fügen unter anderem Glycin, Taurin oder Glutamin hinzu, um den Proteingehalt künstlich zu erhöhen. Die Stoffe müssen zwangsläufig in der Zutatenliste stehen und können so gut erkannt werden.
Proteinquellen:
Die Wahl der Proteinquelle ist auch immer eine persönliche. Molke und Milchproteine (abgesehen von Isolaten) enthalten immer Laktose, welches von Menschen mit Laktose-Intoleranz natürlich nicht konsumiert werden sollte.
Auch bei veganen Proteinen, egal ob Erbsen, Soja, Hanf etc. ist Vorsicht geboten. Solltest du dich nach dem Konsum eines der Proteine unwohl fühlen, konsultiere deinen Hausarzt um Allergien auszuschließen.
Achte bei der Auswahl ebenfalls auf die biologische Wertigkeit der Stoffe. Whey Protein (Molkeprotein) hat von Natur aus eine hohe biologische Wertigkeit (mehr dazu im nächsten Absatz) von 104. Mit anderen Proteinen ergänzt (Milchprotein z.B.) sogar noch mehr. Vegane Proteinisolate wie Erbsenproteinisolat sind einzeln nicht gut Wertig. Greif deshalb am besten auf Mehrkomponentenproteinmischungen zurück (Erbse + Reis), dadurch erhalten die Produkte ein ausgewogenes Aminosäureprofil und erreichen eine deutlich höhere biologische Wertigkeit.
2. Biologische Wertigkeit: Wie gut Dein Körper das Protein nutzen kann
Die biologische Wertigkeit beschreibt, wie gut der Körper ein aufgenommenes Protein in körpereigenes Eiweiß umwandeln kann. Je höher die biologische Wertigkeit, desto effizienter können die enthaltenen Aminosäuren für den Aufbau und Erhalt von Muskelmasse genutzt werden. Entscheidend ist dabei vor allem das Aminosäureprofil und wie gut es dem menschlichen Bedarf entspricht.
Je höher die biologische Wertigkeit:
- desto besser die Aminosäurezusammensetzung
- desto effektiver die Proteinverwertung
- desto geringer die benötigte Menge
Molkenprotein gehört zu den Proteinquellen mit der höchsten biologischen Wertigkeit. Durch die Kombination verschiedener Proteine lässt sich diese sogar weiter optimieren – ein klarer Vorteil gegenüber reinen Einzelproteinen.
3. Transparenz & Ehrlichkeit der Marke
Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist nicht messbar – aber spürbar. Alle Informationen zu den Produkten sollten klar zugänglich und transparent sein.
Im besten Fall verhalten sich Hersteller wie folgt:
- erklären, warum sie bestimmte Zutaten verwenden
- verstecken nichts hinter Marketingbegriffen
- verzichten auf übertriebene Versprechen
- liefern optional externe Laborergebnisse
4. Fazit
Generell lässt sich mit einem Blick auf das Etikett der Inhaltsstoffe schon viel erkennen. Achtet darauf das möglichst wenig Inhaltsstoffe verwendet wurden und das der Proteinwert auf 100g mindestens bei 70% liegt.
Ein hochwertiges Proteinpulver überzeugt durch:
- hochwertige Proteinquellen
- sinnvolle Süßung
- hohe biologische Wertigkeit
- keine versteckten Tricks wie Amino Spiking
- eine reduzierte, ehrliche Rezeptur
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¹ - Suez et al., Cell 2022 — „Personalized microbiome-driven effects of non-nutritive sweeteners on human glucose tolerance“
